Meine Tochter! Leidest du sehr?

Verliere nicht den Mut! Ich verlasse dich nie,

Mein Jungfräuliches Herz wird deine Flucht und dein Weg sein,

die dich zum Gott hinbringen.

Fatima, den 13. Juni 1917

 

Mai

MEDITATION

Priester Andrzej Gładysz – Pallottiner

AUSGIESSUNG DES HEILIGEN GEISTES

Nach der Auferstehung, als die Schüler endlich an diese erstaunliche Wahrheit, dass der Herr lebt, glauben konnten, hat alles für sie den Sinn bekommen. Früher, als sie sich im Saal des letzten Abendmahls versteckt haben, und nicht wussten, was sie mit sich machen sollen, hatten sie Angst vor den Verfolgern, vor den Schikanen, vielleicht auch vor dem Gericht und Kreuz. Sie fühlten sich verlassen und ratlos. Jetzt, als sie Ihn am Leben gesehen haben, wussten sie, dass Er sie nicht als Waisen gelassen hat. Trotzdem haben sie noch viele Sachen nicht verstanden. Sie wussten, dass viele irgendwelche  wichtige Aufgaben vor ihnen stehen, aber was für Aufgaben, wussten sie nicht. Was sollen sie tun? Die Versprechungen, des in den Himmel fahrenden Herrn haben deutlich gesagt: beten, glauben und warten. Bei diesem Erwarten hast Du sie unterstützt, Maria. Damals entstand die Kirche, und Du warst Mutter dieser aufkeimenden Kirche. Das haben sie noch damals nicht gewusst, weil sie die Bedeutung der vom Kreuz ausgesprochenen Worte: „ Das ist dein Sohn, das ist deine Mutter“ (vergleiche J 19, 26-27) nicht verstanden. Sie verstanden nicht, weil der Heilige Geist auf sie noch nicht hinabgestiegen ist. Als sie aber Deine Ruhe, Dein Glaube und Deine Freude gesehen haben, haben sie sich am Geist verstärkt und in der Hoffnung befestigt gefühlt. Und Du hast mit ihnen gewartet.

 

Worauf hast Du gewartet, Maria? Ist der heilige Geist doch nicht auf Dich schon im Moment der Verkörperung Deines Sohnes hinabgestiegen? Durch diesen Geist hast Du empfangen, und Er verlässt nicht diesen, der auf Ihn offen ist. Er hat Dich ständig, seit damals bis jetzt begleitet. Du hast aber mit brennender Sehnsucht auf neue Ausgießung gewartet. Du hast gewusst, so wie während der Verkörperung der Heilige Geist in Dich physischen Körper Jesu geformt hat, so jetzt, im Moment der Entstehung der Kirche formt derselbe Geist gewissermaßen „in Dich“ Seinen Mystischen Körper. Auf diese Weise wirst Du zur Mutter der Kirche im vollen Sinne. Dein Gebet im Saal des letzten Abendmahls und Dein Erwarten waren Ausdruck der mütterlichen Liebe zu den Jüngern Deines Sohnes und nicht nur zu diesen, die dort gesammelt waren, sondern auch zu den Jüngern aller Zeiten, in allen Plätzen der Welt in dem geistigen Saal des letzten Abendmahls, der die betende und erwartende Kirche bildet.

So viele Heilige wollten mit Dir in diesem Abendmahlsaal -Erwarten versunken. Der heilige Vincent Pallotti hat sein ganzes Leben, alle Momente geistig im Abendmahlsaal verbracht. Er nannte Dich Königin der Apostel, weil er wusste, dass Dein entscheidendes Verwenden, das dort sich so klar gezeigt hat, imstande ist, alle Deinen Kinder, alle Kirchenmitglieder mit dem starken Bedürfnis des Apostolats zu veranlassen, zu dem jeder von uns berufen ist.

Du, Maria weißt besser als andere, dass die Ausgießung des Heiligen Geistes nicht nur historische Tatsache war, die nur einmal passiert ist, sondern dass das ständig lebendige und aktuelle Wirklichkeit ist. Der Heilige Geist will sich immer wieder den Kirchenmitglieder mitteilen, um sie ununterbrochen mit der Liebe, Hoffnung, Mut und Freude erfüllen. Der Tröster kommt aber nicht ungebeten. Er kommt gemäß  unserem Öffnen auf Ihn. So wie damals im Abendmahlsaal, wo Du zusammen mit den Jüngern und Frauen gebetet hast, ist Er gekommen, weil Er erwartet war, so jetzt kommt Er nicht zu dem, der Ihn nicht aufnehmen will oder Seine Gaben unterschätzt. Wie stark leidest Du, Mutter, wenn Du solches Benehmen Deiner Kinder siehst.

Es gibt Menschen, die das Sakrament der Konfirmation aufnehmen, nur deshalb, denn man soll es machen, so ist solche Sitte. Andere halten es für das Ende ihrer Katechese: mit diesem Moment machen sie die Bibel zu, um nie mehr zu ihr zurückzukehren. Es fehlt auch nicht unter uns die Menschen, die denken: „ Ich habe die Konfirmation aufgenommen und in meinem Leben hat sich nichts geändert. Wo sind die versprochenen Gaben? Ich bin dadurch weder klüger noch mutiger noch frommer geworden“.

Der Heilige Geist erteilt eine Gaben gemäß unserem Glauben und unserer Offenheit. Haben wir uns auf die Aufnahme des Heiligen Geistes so geöffnet wie die Apostel im Abendmahlsaal ?  Das aufgenommene Sakrament bleibt selbstverständlich nicht erfolgslos. Wenn du dich bekehrst, werden die Gaben, die du zuerst abgelehnt hast, aufleben. Du musst dich aber bekehren und sie wollen. Wie stark musst Du bedauern, dass so viel Güte, so wertvolle Gnadenschätze, die der Tröster für seine Kinder vorbereitet hat, im Einschlafen in den Tiefen der menschlichen Seelen verbleiben. Und Du verwendest dich für uns, voll von Sorge, so wie Du dich für alle Mitglieder der entstehenden Kirche verwendet hast. Für die, die damals im Abendmahlsaal waren und für die, die in der Zukunft Mitglieder der Kirche des Christus werden sollen.

An diesem Morgen, am Pfingsten, haben die Jünger die Tür breit aufgemacht und sind auf die Straßen und Plätze der Heiligen Stadt gegangen um zu verkünden, dass Jesu auferstanden ist, dass die Leute sich bekehren und die Taufe aufnehmen sollen, und alle, die an Ihn glauben ewiges Leben bekommen. Du bist damals im Abendmahlsaal geblieben, aber mit Deinem Geist und Gebet hast Du dich mit ihnen verwendet.

Was für eine wunderschöne Veränderung ist in ihnen vollgezogen! Vor einem Moment fürchteten sie vor jedem Geräusch hinter der geriegelten Tür, hatten Angst vor den Verfolgern. Und jetzt? Gestern noch hatten Angst den Mund zu öffnen, waren so erschrocken, und jetzt haben die leidenschaftlichen Worte Peters die Menschenmengen überwältigt und über dreitausend Leute um Taufe gebeten haben. Und waren unter ihnen auch diese, die wollten, dass Pilatus den Herrn kreuzigt. Das hat der Heilige Geist diese wunderschöne Veränderung verursacht, der unter dem heftigen Wind und Feuerflammen auf sie hinabgestiegen ist. Unter zahlreichen Titeln, die Er besitzt, ist doch auch der: Geist der Tapferkeit. Er ließ die Christen mit dem Lied auf den Lippen auf den römischen Arenen sterben, Er verursacht, dass unsere Brüder im Nahen Osten heute, vielleicht in diesem Moment für unseren Glauben sterben, sie sind ihrer Häuser beraubt, grausam verfolgt, weil sie ihren Glauben nicht verleugnen wollen. Du, Maria bist stolz auf sie, zugleich aber weint Dein mütterliches Jungfräuliches Herz, wenn Du dich am harten menschlichen Schicksal beteiligst.

Es fehlt uns heute an diesen Mut. So viele von Deinen Kindern schämen sich wegen des Kreuzes, fürchten dem Arbeitskollegen zu sagen: „ ich glaube‘, um nicht für sein ironisches Lächeln zu verdienen; so viele nehmen am Spötterchor teil, wenn sie sich in der Gesellschaft der, Deinem Sohn und den Göttlichen Gebote feindlichen Menschen befindet. Es gibt auch solche, die offen den Glauben leugnen, sie „treten“ aus der Kirche, um kleinere Steuer zu zahlen, wie es in manchen Ländern gibt.  Sie verkaufen Gott und  Dich für ein paar Euro. Du siehst das und weinst und betest, damit sie zu Vernunft kommen und sich auf den Heiligen Geist und Seine Gabe der Tapferkeit und Mut öffnen.

Aber an diesem schönen Morgen zu Pfingsten ist noch etwas Ungewöhnliches passiert. So begannen die Apostel fremde Sprachen zu sprechen, dass alle nach Jerusalem aus verschiedenen Weltteilen angekommenen Menschen ihre Worte verstanden haben, als ob sie ihre eigenen Sprachen gesprochen hätten. Damit sich eben das Wirken des Heiligen Geistes charakterisiert. Dank Ihm gerade können sich die Menschen verstehen und miteinander in der Liebe und im Frieden zusammenarbeiten. Ohne Ihn gibt es keine Verständigung und keine Übereinstimmung.

Es ist einmal passiert, dass die hochmütigen Menschen beschlossen haben, die Turm von Babel zu bauen, die den Himmel reichen sollte. Sie bauten, ohne mit Gott , mit Seinen Gesetzen zu rechnen, sich für absolute Weltherrscher zu halten. Sie konnten ihr Turm nicht enden, weil es unter ihnen an Einheit und  gegenseitiges Verständnis fehlte. Sie begannen andere Sprachen zu sprechen und ihr Werk musste fallen. Es hat ihnen an Offenheit auf den Heiligen Geist, an Liebe und Zusammenarbeit gefehlt. Die Geschichte der Turm von Babel hat sich vielmals in der Vergangenheit wiederholt. Die größten politischen Mächte stürzten immer aus denselben Gründen. Diese Geschichte wiederholt sich auch in der heutigen Zeiten, wenn die Völker Gott ablehnen und sich für das Wirken des Heiligen Geistes verschließen.

Diese Geschichte kann sich auch heute unter uns, z.B. im Familieneben  wiederholen. Wenn die Eheleute zu sich den Heiligen Geist, den Geist der Liebe, Einheit und des Friedens nicht einladen, beginnt jeder sehr schnell über sich selbst und eigene Vorteile zu denken und Opfer zugunsten der anderen zu vermeiden. Das Resultat kommt sofort: die Eheleute verstehen sich nicht mehr, als ob sie andere Sprachen sprechen würden, sie arbeiten nicht miteinander, beginnen unabhängiges Leben zu führen. Dann erscheinen Lüge und Untreue, und das gemeinsame Leben geht zum Zusammenbruch. Warum? Da sie sich auf den Heiligen Geist verschließen. Er kommt nicht, wenn man Ihn nicht einlädt, wenn Er aber offene und auf Seine Aufnahme bereite Herzen sieht, meidet niemanden.

Maria, wir nennen Dich Königin des Friedens, und Frieden ist eine der wichtigsten Gaben des Heiligen Geistes. Du bist voll von dieser Gabe. Verteile sie unter uns. Du bist Mutter. Du hast nur Dir und Deinem mütterlichen Herz bekannte Methoden, wie man die menschlichen Herzen verändern kann, was man machen soll, damit die verschlossenen Herzen offen  und die kalten wieder heiß werden. Maria, sei mit uns in jeder Zeit.

 

 

 

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